

Carolyn Geason-Beissel/MIT SMR | Getty Images
Fast alle Führungskräfte sind sich einig, dass eine gut funktionierende Demokratie für eine starke Wirtschaft wichtig ist. Viele sind sich jedoch unsicher, welche Rolle sie bei deren Unterstützung spielen können. Die Autoren schlagen vier Maßnahmen vor: Demokratische Institutionen und Prozesse verteidigen; unabhängige zivilgesellschaftliche Organisationen unterstützen, ohne übermäßigen Einfluss auszuüben; Formen politischer Einflussnahme begrenzen, die nicht mit demokratischen Prinzipien vereinbar sind; und demokratische Praktiken innerhalb ihrer Organisationen fördern.
Die Demokratie ist weltweit im Niedergang begriffen. Immer mehr Länder erleben eine Erosion politischer Rechte und bürgerlicher Freiheiten als Gewinne, so Freedom House. Im Jahr 2025 wurden 92 Länder, die 74 % der Weltbevölkerung repräsentieren, als Autokratien eingestuft vom V-Dem Institute.
Demokratischer Rückschritt ist ein Hauptanliegen von Unternehmensführern, die weitgehend über die Bedeutung starker demokratischer Institutionen übereinstimmen. In einer Umfrage von 2022 von Morning Consult und der Business and Democracy Initiative gaben 96 % der Führungskräfte an, dass eine gut funktionierende Demokratie für eine starke Wirtschaft wichtig ist, und 75 % sagten, dass sie ihrem Unternehmen meistens hilft. Die Einstellungen der Verbraucher weisen in die gleiche Richtung: In einer Umfrage von 2024 von Morning Consult und dem Public Private Strategies Institute glaubten 76 % der Verbraucher, dass Unternehmen dazu beitragen sollten, sichere und faire Wahlen zu gewährleisten, und 72 % unterstützten Unternehmen, die sich gegen Bedrohungen der Demokratie aussprechen.
Trotz dieser weit verbreiteten Ansicht über die Bedeutung der Demokratie haben viele Führungskräfte, mit denen wir sowohl in den USA als auch weltweit gesprochen haben, gesagt, dass sie unsicher sind, was sie tun können, um dem globalen Aufstieg des Autoritarismus entgegenzuwirken. Einige befürchten Gegenreaktionen oder würden es vorziehen, das zu vermeiden, was oft als parteipolitisches Thema dargestellt wird. Andere sehen die Demokratie als die Domäne von Politikern und bezweifeln, dass die Stimmen von Unternehmensführern einen Unterschied machen können.
Wir glauben stattdessen, dass Unternehmensführer in einer einzigartigen Position sind, um demokratischen Rückschritt einzudämmen. Aufbauend auf unserer Forschung zu Macht, Demokratie und Wandel in Organisationen und Gesellschaft argumentieren wir, dass Unternehmensführer eine wesentliche Rolle beim Schutz und der Stärkung der Demokratie spielen können. Die Unterstützung der Demokratie ist nicht nur eine bürgerliche Pflicht; sie ist auch ein strategisches Geschäftsgebot.
Das Geschäftsargument für Demokratie
Demokratie bietet Unternehmen zwei wesentliche Zutaten für den Erfolg: klare Regeln und Freiheit.
Demokratie schafft klare Regeln durch rechtliche Rahmenbedingungen, transparente Regulierungsprozesse und konsistente Durchsetzungsmechanismen. Sie trägt zur Sicherung stabiler Eigentumsrechte, zuverlässiger Vertragsdurchsetzung und Anti-Korruptions-Sicherungen bei, die langfristige Investitionen und Planung ermöglichen. Diese Systeme bieten die Art von Vorhersagbarkeit, die Märkte benötigen, um effizient zu funktionieren. Dies bedeutet nicht, dass Regeln immer befolgt oder durchgesetzt werden, aber sie sind allgemein bekannt und prägen das Verhalten auf vorhersagbare Weise.
Demokratie schützt auch die Freiheit.
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