


Der Index zeigt, dass erleichternde Maßnahmen – solche, die den Handel durch den Abbau von Barrieren oder die Verbesserung von Zollverfahren erleichtern – in den letzten Jahren an relativer Dynamik verloren haben (mit einer Ausnahme während der Krise in der Straße von Hormus, wo sie über zwei Drittel aller ergriffenen Maßnahmen ausmachen), während andere Handelsmaßnahmen, einschließlich restriktiver, aufgeholt haben, wobei der Anstieg von 2025 weit über die größten Volkswirtschaften hinausreicht. Das Verständnis dieser Veränderungen wird zunehmend wichtiger, da die Handelspolitik eine wachsende Rolle bei der Gestaltung globaler Lieferketten, wirtschaftlicher Resilienz und geopolitischer Dynamiken spielt.
Diese Nachricht präsentiert ein Update des WTO-IWF Handelsaktivitätsindex (TPA Index), der nun bis Mai 2026 verlängert wurde. Der Index, der in gemeinsamer Forschung von WTO- und IWF-Ökonomen entwickelt wurde, stützt sich auf eine breite Palette von Informationen über handelspolitische Maßnahmen in einer Vielzahl von Volkswirtschaften und Produkten. Das zugrundeliegende Papier (Centorrino et al. 2025), kürzlich zusammengefasst hier, erläutert die Methodik und legt einen Rahmen für regelmäßige Aktualisierungen fest.
Der Index erfasst die globalen handelspolitischen Dynamiken seit der globalen Finanzkrise zeitnah und umfassend auf monatlicher Basis. Er behandelt Aufzeichnungen einer breiten Palette politischer Maßnahmen als unvollkommene Signale globaler handelspolitischer Aktivität und extrahiert mit einem dynamischen Faktormodell deren gemeinsame Dynamiken. Durch die Verfolgung tatsächlicher politischer Änderungen durch Regierungen ergänzt er bestehende breitere Indikatoren für handelspolitische Unsicherheit und geopolitisches Risiko. Die Daten stützen sich hauptsächlich auf zwei komplementäre Quellen zur Überwachung der Handelspolitik: die eigene der WTO Handelsüberwachungsdatenbank (TMDB) und die Globaler Handelsalarm (GTA).
Abbildung 1 zeigt, dass die handelspolitische Aktivität über ein Jahrzehnt hinweg allmählich zunahm, bevor sie ab etwa 2020 beschleunigte, was die verstärkte Nutzung der Handelspolitik für breitere Ziele wie Industriepolitik oder Sicherheit widerspiegelt. Deutliche Spitzen sind um die Eskalation der US-chinesischen Zölle (2018-19), den Ausbruch der COVID-19-Pandemie (2020), den Krieg in der Ukraine (2022) und erneute Handelsspannungen (2025) sichtbar, wobei die handelspolitische Aktivität in den dazwischenliegenden Jahren hoch blieb und einen Aufwärtstrend aufwies. Die aktualisierten Daten erweitern dieses Bild bis Mitte 2026 und zeigen, dass der Anstieg von 2025 angehalten hat.
Der Index stieg weiter auf ein neues Hoch für die Reihe Anfang 2026, den stärksten Anstieg seit den Folgen der globalen Finanzkrise, als die Datenerhebung begann. Im Durchschnitt von Januar bis Mai 2026 lag die globale handelspolitische Aktivität fast doppelt so hoch wie im Jahr 2024 und etwa ein Viertel über dem Durchschnitt von 2025, was auf eine deutliche Intensivierung der handelspolitischen Aktivität weltweit hindeutet.
Abbildung 2 zerlegt den Index nach Maßnahmenkategorien und unterscheidet erleichternde Maßnahmen von anderen Maßnahmen und trennt letztere weiter in streng restriktive Maßnahmen – nach Deardorff (2014), wie Zollerhöhungen, Importverbote und mengenmäßige Beschränkungen – und verbleibende andere Maßnahmen, die hauptsächlich aus Subventionen bestehen.
Die Zerlegung zeigt, dass der jüngste Anstieg der Aktivität überwiegend von restriktiven Maßnahmen getrieben wird, die von allen Kategorien im Laufe des Jahres 2025 und bis 2026 am steilsten angestiegen sind. Zusammen mit einem allmählicheren, aber stetigen Anstieg der Subventionen und verbleibenden anderen Maßnahmen trug dies zur allgemeinen Beschleunigung der nicht-erleichternden Maßnahmen im letzten Zeitraum bei. Erleichternde Maßnahmen hingegen beschleunigen sich moderater und verlängern die Divergenz zwischen Maßnahmen, die den Handel einschränken, und solchen, die ihn erleichtern, die der Index erstmals 2025 verzeichnete.
Wichtig ist, dass der Anstieg der handelspolitischen Aktivität nicht allein von den größten Volkswirtschaften getrieben wird: Während die ausgeprägtesten Spitzen tendenziell unter den G20-Volkswirtschaften auftreten, ist die Aufwärtsbewegung breit angelegt, wobei auch Nicht-G20-Volkswirtschaften im jüngsten Zeitraum deutlich gestiegen sind (siehe die Arbeitspapier).
Der TPA-Index kann auch die Echtzeit-Überwachung der Handelspolitik unterstützen, um die Richtung der politischen Aktivität zu messen. Eine explorative Nowcasting-Übung wendet ein MIDAS-Modell mit gemischter Frequenz an (siehe hier), das monatliche Indikatoren wie Rohstoffpreise und Unsicherheitsindizes mit wöchentlichen textbasierten Maßen von Google Trends kombiniert, um Einschritt-voraus-Nowcasts des TPA-Index zu erstellen.
Abbildung 3 präsentiert den Nowcast bis Juni 2026 und deutet auf einen weiteren potenziellen Anstieg der handelspolitischen Aktivität hin, trotz einer gewissen Verlangsamung zu Beginn dieses Jahres. Obwohl vorläufig und weiteren Tests und Erweiterungen unterworfen, veranschaulicht die Übung das Potenzial des TPA-Index als zeitnahes Überwachungsinstrument für die globale Handelspolitik.
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