Der US-israelische Krieg gegen den Iran treibt die Lebensmittelkosten in die Höhe, was zu Finanzierungslücken und höheren Ausgaben für lebenswichtige Nahrungsmittelhilfe in Gaza führt.
MARY LOUISE KELLY, Moderatorin:
Ein vor sieben Monaten vermittelter Waffenstillstand half, eine Hungersnot in Teilen Gazas umzukehren. Letzten Monat warnten jedoch von der UNO unterstützte Hungerexperten, dass die Lage in Gaza ohne anhaltenden und ausgeweiteten Zugang zu Hilfsgütern weiterhin sehr fragil sei. Dann kürzte in dieser Woche der größte Anbieter von warmen Mahlzeiten in dem Gebiet seine Verteilung um die Hälfte. Die Organisation sagt, dies liege an den höheren Kosten, die durch den Krieg im Iran verursacht werden. NPRs Anas Baba berichtet aus Gaza.
ANAS BABA, BYLINE: Erst vor drei Monaten veröffentlichte der Gründer von World Central Kitchen, Jose Andres, dieses Video aus Gaza.
(SOUNDBITE DER ARCHIVIERTEN AUFNAHME)
JOSE ANDRES: Eine Million.
UNIDENTIFIED PERSON: Eine Million.
ANDRES: Erreichen 1 Million.
UNIDENTIFIED PERSON: Inshallah, ja.
ANDRES: Jetzt sieht es nach einer großen Zahl aus, aber wir können es schaffen.
BABA: Eine Million Mahlzeiten am Tag, sagt er. Das reicht aus, um die Hälfte der Bevölkerung Gazas zu versorgen.
(SOUNDBITE DER ARCHIVIERTEN AUFNAHME)
ANDRES: Es ist nicht einfach. Das stimmt. Aber wir tun es, weil wir an die Dringlichkeit des Jetzt glauben.
BABA: Diese Dringlichkeit besteht, weil die gesamte Bevölkerung des kriegszerstörten Gebiets zum Überleben auf Hilfe angewiesen ist. Aber World Central Kitchen sagt jetzt, dass es in Gaza nur noch eine halbe Million Mahlzeiten pro Tag verteilen kann, was einer Kürzung der Verteilung um 50 % entspricht. In einem in Semafor veröffentlichten Aufsatz sagt Andres, der US-israelische Krieg im Iran habe die Kosten für Reis um 30 % in die Höhe getrieben, während Huhn und Fleisch um 10 bis 20 % gestiegen seien. Auch die Benzinpreise seien in die Höhe geschossen.
(GERÄUSCH VON KLAPPERNDEN TÖPFEN UND PFANNEN)
BABA: In einer Schule, die jetzt ein Schutzraum für vertriebene Familien ist, schlagen palästinensische Kinder auf leere Töpfe und Pfannen, um auf die drohende Angst aufmerksam zu machen, dass sie ohne diese Mahlzeiten wieder Hunger leiden könnten.
AMNA ORMANA: (Nicht-englische Sprache gesprochen).
BABA: „Wir wissen nicht, wie wir zurechtkommen oder wie wir unsere Kinder ernähren sollen“, sagt Amna Ormana, eine Mutter bei dieser Kundgebung. Sie sagt, sie habe kein Geld, um ihr eigenes Essen zu kaufen. Das UN-Welternährungsprogramm verteilt ebenfalls Lebensmittel und subventioniert Bäckereien in Gaza. Aber auch sie stehen aufgrund des Krieges im Iran und der Schließung der Straße von Hormus, einer wichtigen Schifffahrtsroute, vor höheren Kosten. Es ist unklar, ob irgendeine Hilfsorganisation in der Lage sein wird, die Lücke von World Central Kitchen zu schließen. Hier ist der Einsatzleiter der Gruppe für den Nahen Osten, Wadhah Hubaishi.
WADHAH HUBAISHI: Die langfristige Verantwortung, eine gesamte Bevölkerung zu ernähren, kann nicht allein auf einer Organisation lasten.
BABA: Aber selbst die UNO sagt, dass Finanzierungslücken dazu geführt haben, dass sie die Anzahl der täglich in Gaza verteilten Mahlzeiten im Vergleich zum Februar vor dem Krieg im Iran um fast 50 % reduziert hat. Sie sagt, dass ein Fünftel der Familien in Gaza nur eine Mahlzeit pro Tag zu sich nimmt. Und während Israel sagt, dass täglich Hunderte von Lastwagen mit Hilfsgütern nach Gaza einfahren und dass Gaza, Zitat, „mit Hilfsgütern überflutet“ sei, sagt die UNO, dass sie immer noch mit Einschränkungen beim Zugang zu Lieferungen konfrontiert sei. Anas Baba, NPR News, Gaza-Stadt.
(O-TON DER MUSIK)
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